Geschichte

Es ist alles außer gewöhnlich, wenn sich ein evangelischer Pastor und ein katholischer Jugendreferent zusammentun und sich für die Wiedergeburt eines Kinos stark machen. So geschehen in Haselünne, wo das „Hasetor“ nach gut fünfzig Jahren aus wirtschaftlichen Gründen dicht gemacht hatte.

Eigentlich war es ja der Initiativkreis „Familienfreundliche Stadt“, der den Stein ins Rollen brachte. Der Verein wollte zu seinem Zehnjährigen im vergangenen Jahr was Besonderes auf die Beine stellen. Da kamen ihm die beiden Kirchenmänner mit ihrer Idee „Wir machen in Haselünne wieder Kino!“ wie gerufen. Schnell fanden sich an die zwanzig Freiwillige, die sich im Laufe der Vorbereitungswochen zu kreativen Enthusiasten entwickelten. Es schien, als wolle sich eine ganze Stadt nicht Kulturmuffel schelten lassen. Die grandiose finanzielle Unterstützung durch 40 (!) Haselünner Unternehmen zeigte dies eindrucksvoll.

In nur viereinhalb Monaten reparierte, renovierte und restaurierte das unermüdliche Team das alte „Verzehrkino Hasetor“, brachte die alte Vorführmaschine wieder in Schuss und erweiterte die Bühne.

Der Mief ist raus aus dem Kino mit seinen 110 Sesseln. Der Charme ist nach wie vor drin. Besondere Kennzeichen: plüschig, urgemütlich, selbst für lange Beine, Essen und Trinken erlaubt, Rauchen verboten. Soviel zum äußeren Gewand. „Wir werden gutes Kino machen“, verspricht Pastor und Kino-Enthusiast Guido Schwegmann-Beisel. „Mit Filmen, die mein Traum von Kino sind. Komisch, tragisch, lustvoll, ein bisschen verrückt, behutsam.“ Daneben auch: „Kleinkunst, die uns den Spiegel vorhält und uns Gelassenheit schenkt, mit unseren Macken und Ticks, mit der Engstirnigkeit und Eitelkeit, mit all dem Klein-Klein zu leben.“

Die „Wiedergeburt“ am 14. November 2003 war ein Riesenerfolg. Übervolles Haus. Comedy-Star Klaus Renzel als erster Bühnengast war ein Glücksgriff. Ob aus seinem Gesicht „La Popola“ auf direktem Wege ins Publikum entwich, seine „Pausenbeobachtungen“ auf der Herrentoilette pantomimisch zum Besten gab oder auf seiner Baby-Gitarre den „Hasetor“-Blues improvisierte – das Haselünner Publikum liebte ihn und war ein hemmungslos guter Mitspieler.

Ein freundlicher Haselünner brachte seine Begeisterung in einem Leserbrief in der Meppener Tagespost wie folgt zum Ausdruck: „Haselünne ist auf gutem Wege zur heimlichen Kulturhauptstadt des Emslandes.“

Wir arbeiten dran!

 

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